SV BERLIN-CHEMIE ADLERSHOF e.V.

Vereinschronik



 

Gegründet 1951, seit 1990 eingetragener Sportverein

  

Der Verein und seine Entwicklung

 

Ganz am Anfang ging es im Frühstücksraum der Tablettierung um die Gründung einer Betriebssportgruppe Kegeln. Doch dabei blieb es nur kurze Zeit. Schon am 17. April 1951 gab es ein Treffen in der "Kulturbaracke" des VEB Schering Adlershof. Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Chemie Adlershof wurde gegründet, an der sich neben Schering Adlershof auch der VEB Chemische Fabrik Grünau, die Firma Temmler in Johannisthal und der Kleinbetrieb AGA Adlershof betelligten. 50 Tischtennis-Spieler, 30 Kegler und 28 Fußballer waren die ersten Mitglieder. Schering Adlershof bzw. seine Nachfolgerbetriebe stellten in all den Jahren den (die) Vereinsvorsitzenden. Eine Ausnahme bildet der jetzige Vorsitzende Knuth Kniesch, der 1996 bei  BERLIN-CHEMIE ausgeschieden ist.
Die Vereinsgründer von 1951 blieben nicht lange allein, Bald verstärkten Schachspieler unsere Reihen, bildete sich die Sparte Turnen/Gymnastik. Im September 1952 war die Mitgliederzahl schon auf 164 gestiegen. Schwieriger war es, bei dem Mangel an Sportstätten den regelmäßigen Trainingsbetrieb aller Sektionen zu gewährleisten. So gelang es erst nach ungezählten Bittgängen und dem Machtspruch einer Magistrats-Dienststelle, den Hartplatz an der Genossenschaftsstraße in Adlershof für unsere Fußballer zu gewinnen.
Andere Probleme gab es bei den Seglern und Tennisspielern. Hier ging es darum, einen elitären Sport dem Breitensport zu erschließen. Die Sektionen Segeln und Tennis wurden 1954 gegründet. Leider blieb uns die erste Segel-Abteilung nicht lange erhalten. Nach Gründung der BSG Chemie Schmöckwitz (1955) schloss sie sich dieser Gemeinschaft an. Ab 1957 hatten wir eine neue Segel-Sektion, die sehr erfolgreich war.
Der erste sportliche Paukenschlag der BSG Chemie Adlershof stammt aus dem Jahre 1953. Unser Tischtennis-As Heinz lwitzki wurde DDR-Meister.
Zentralistische Vorgaben für den DDR-Sport beeinflussten auch unsere Vereinsentwicklung. So setzte der DTSB-Kreisvorstand Treptow im Mai 1957 die Fusion mehrerer Betriebssportgemeinschaften durch. Es entstand die BSG Adlershof. Den Begriff "Chemie" verloren wir bis 1981 aus unserem Namen.
In den ersten 20 Jahren haben wir die Zahl unserer Mitglieder mehr als verdreifacht und bauten einen stabilen Nachwuchsbereich auf. 1971 trieben bereits 88 Kinder und Jugendliche Sport bei uns. Dank der finanziellen Unterstützung der Firmen kamen wir mit sehr geringen Mitgliedsbeiträgen aus und konnten die materiellen Bedingungen verbessern. Dazu haben wir allerdings mit ungezählten Stunden schweißtreibender Freizeitarbeit selbst kräftig beigetragen. Erinnert sein nur an den von unseren Seglern aus Abrissteilen errichteten Bootsschuppen und an die sich regelmäßig wiederholenden Renovierungsarbeiten der Fußballer in und an der "Holzoper".

1972 hatten wir erstmals mehr als 500 Mitglieder, bis zum Ende der 80er Jahre kamen noch an die 400 Sportlerinnen dazu. Von unseren 906 Mitgliedern im Jahre 1989 waren 227 Kinder und Jugendliche. Bei uns wurden elf Sportarten betrieben. Auch die Erfolgsbilanz konnte sich sehen lassen. Die Fußballer stiegen 1980 erstmals in die Bezirksklasse auf, die Tennisspieler erreichten 1981 die Bezirksliga. Mit dem Aufkommen des Wettkampf-Surfens wurde die Sektion Segeln zu einem besonders erfolgreichen Team. Es gab kaum ein Jahr, in dem DDR-Meister der diversen Surfkategorien nicht aus Adlershof kamen.
Natürlich waren wir stolz auf diese Entwicklung. Andererseits wuchs mit den Mitgliederzahlen auch der Aufwand für die Vereinsführung sowie für den Trainings-und Wettkampfbetrieb. Doch mit Enthusiasmus sowie mit der großzügigen Unterstützung durch BERLIN-CHEMIE bewältigten wir alles und konnten die Voraussetzungen für das sportliche Treiben schrittweise verbessern. 1976 baute BERLIN-CHEMIE für die Betriebsberufsschule eine Sporthalle auf dem Betriebsgelände in Adlershof, die auch mehrere Abteilungen unseres Sportvereins ausgiebig nutzen konnten.
Die Kegler hingegen mußten zunächst weiter von der eigenen Bahn träumen. Doch dann waren sich die Führungen von Betrieb und Sportverein einig: Der Bau einer Kegelbahn sollte mit eigener Kraft entstehen, das Gebäude sollte auch eine Sauna beherbergen. Man wartete nicht auf die Einordnung des Projektes in zentrale staatliche Pläne und die Bereitschaft zur Mitarbeit nach Feierabend war groß. In zwei Baustufen nahmen wir die "Kegelsauna" 1987 und 1989 in Betrieb.
Mit Ausnahme von BERLIN-CHEMIE hatten sich die Trägerbetriebe der 1957 gegründeten BSG Adlershof nach und nach vom Sport zurückgezogen bzw. sie existierten nicht mehr. Deshalb entschloss sich der BSG-Vorstand anlässlich des 30-jährigen Vereinsjubiläums zu einem erneuten Namenswechsel. Wir firmierten ab April 1981 unter dem Namen BSG Berlin-Chemie Adlershof und erlebten als solche 1989/90 den Zusammenbruch der DDR. Unser Leben veränderte sich grundsätzlich. Auch der Sportverein hatte sich auf neue Bedingungen einzustellen.

Gleich nach dem Mauerfall sind wir zurück zu unseren Wurzeln gelangt. Schnell war der Kontakt zur Sportgemeinschaft Schering hergestellt. Schon im Januar 1990 gab es den ersten sportlichen Vergleich. Die Senioren-Fußballer beider Vereine standen sich gegenüber. Der 2:1-Endstand für Schering war sicher nicht das Wichtigste an dieser Begegnung.
Da im neuen Deutschland die Gesetze der alten Bundesrepublik gelten, hatten wir uns nun auch mit dem Vereinsrecht zu befassen. Im Ergebnis steht abermals ein neuer Vereinsname. Seit dem 16. Juli 1990 sind wir der SV Berlin-Chemie Adlershof e.V.. Tiefer greifende Veränderungen erlebten wir beim Mitgliederstand. So manches treue Mitglied verloren wir durch den Wechsel des Arbeitsplatzes. So musste sich unsere Abteilung Volleyball 1990 auflösen. (2005 Gründung einer neuen Sportgruppe Volleyball.)

Die beiden "weißen" Sportarten Tennis und Segeln entschieden sich 1991 für ein eigenständiges Fortbestehen.
Schweren Herzens sagten wir so manchem adieu. Aber wir ließen uns nicht entmutigen. Wir bildeten einen neuen Vereinsvorstand, der von den Mitgliedern bestätigt wurde. Einige übungsleiter und Funktionäre, nun im reiferen Alter, stellten sich in die zweite Reihe. Sie bleiben aber weiter aktiv und unterstützen ihre Nachfolger.
Unser Hauptziel sehen wir weiter darin, den Breitensport zu fördern. Interessenten aller Altersklassen bieten wir in unserem Verein eine Heimstatt. Nach dem Rückgang zu Beginn der 90er Jahre verfügen wir heute mit acht Sportabteilungen und haben jetzt wieder eine stabile Mitgliedschaft und freuen uns besonders über den hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen. Die Betonung des Breitensports soll jedoch nicht verschweigen, daß in einigen unserer Abteilungen (besonders Karate und Triathlon) Spitzenleistungen erzielt werden, auf die wir stolz sind.
Einen nach wie vor großen Beitrag zu unserer Entwicklung leistet die BERLIN-CHEMIE AG. Wir danken ihr für großzügige Unterstützung und fördern die Entwicklung eines positiven Images, indem wir auf unserer Sportbekleidung für das Unternehmen und seine Produkte werben.

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